Generalkonsul der Republik Türkei

Liebe Leserinnen und Leser,


die türkische Gemeinde lebt seit über einem halben Jahrhundert in Deutschland und bringt sich in allen Lebensbereichen in die Gesellschaft ein. Die Menschen der ersten Einwanderergeneration, die in den 1960’er Jahren nach Deutschland kamen, arbeiteten häufig in den Branchen der exportorientierten Wirtschaft, die mit harter körperlicher Arbeit verbunden waren. Dennoch nahmen sie – analog zur fortschreitenden technologichen Entwicklung – auch Weiterbildungsprogramme von Behörden oder Firmen in Anspruch. Auf diese Weise gelang es vielen, ihr technisches Wissen auszubauen. Darüber hinaus verhalf ihnen die neu gewonnene Bildung auch zu einem effektiveren wirtschaftlichen und geschäftlichen Handeln.

Bildung fusst auf einem Bewusstsein, das sich bereits in der Familie entwickelt. Daher werden unsere Kinder und Kindeskinder ein größeres Bildungsangebot vorfinden und einen höheren Bildungsgrad erreichen. Dies ist nicht zuletzt auch eine Notwendigkeit, die der Globalisierung unserer Welt geschuldet ist. Immer neue Berufsfelder entstehen und neue Fachgebiete werden erschlossen. Durch Bildung wird eine Einstellung auf diesen Prozess erst möglich. Mit Freude stellen wir in unseren Gesprächen mit der türkischen Gemeinde fest, dass diese von den Möglichkeiten des baden-württembergischen Bildungssystems immer mehr Gebrauch macht.

Die Zahl der türkischen Studentinnen und Studenten an Universitäten und Fachhochschulen wächst mit jedem Tag. Als wichtige Bildungszentren eröffnen Universitäten und Hochschulen große Chancen, das Bildungsniveau weiter anzuheben, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Wir wünschen uns, dass unsere Jugendlichen nach dem für sie persönlich bestmöglichen Bildungsstand streben. Dabei dürfen wir aber die Vorteile, die eine berufliche Ausbildung mit sich bringt, nicht unbeachtet lassen. Jugendliche haben Dank der Durchlässigkeit des Bildungssystems auch im Laufe einer beruflichen Ausbildung die Möglichkeit, ihre Bildung weiter zu führen.

Ich denke, dass durch die vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg unterstützte Kampagne “Kendine Güven, Meslek Öğren” ein weiterführendes Bewusstsein zur Bedeutung der beruflichen Bildung erreicht werden kann. In diesem Sinne wünsche ich der Kampagne viel Erfolg.

 

Ahmet AKINTI
Generalkonsul der Republik Türkei
in Stuttgart